Schneeberg
Große Silbervorkommen lockten 1470 viele Bergleute an, dadurch kam es zu einer sehr raschen Besiedelung. Bereits 1482 erhielt die Ansiedlung das Stadtrecht. Herzog Albrecht von Sachsen fuhr 1477 siebzig Meter tief in die St.-Georgen-Zeche ein und tafelte an einer großen Silberstufe. Während seines Besuches legte er den Grundstein zur ersten Sankt Wolfgangskirche.
Die ausgezeichnete finanzielle Lage des Ortes ermöglichte es, in den Jahren 1516 bis 1540 eine der größten spätgotischen Hallenkirchen Sachsens zu errichten. Wertvoller Schatz dieser Kirche ist ein Flügelaltar aus der Werkstatt von Lucas Cranach. Das große Gotteshaus brannte 1945 bis auf die Umfassungsmauern und den Turmstumpf völlig aus. Einige beherzte Bürger haben die Bilder des Flügelaltars und den Taufstein aus der brennenden Kirche geborgen. Mit viel Liebe wird die Kirche derzeit wieder aufgebaut. Bereits 1483 wurde der Bau des Filzteiches begonnen. Das angestaute Wasser benötigte man zum Betreiben der bergbaulichen Anlagen. Etwa zur gleichen Zeit wurde eine Münzstätte errichtet, die bis in die zweite Hälfte des 16.Jahrhundert existierte. Zum Gedenken an den ersten erfolgreich geführten Lohnkampf 1496 wird in Schneeberg alljährlich am 22.Juli der Bergstreittag gefeiert.
Das noch heute gültige Wappen, sowie eine neue Ratsfassung erhielt die Stadt im Jahr 1665 vom Kurfürst Johann Georg II. Infolge des umfangreichen Handels mit Kobalt wurde schon1692 die erste Posthalterei des Westerzgebirge eingerichtet. Die Bergstadt wurde in allen Zeiten von hohen Persönlichkeiten besucht, unter anderem vom russischen Großfürsten Alexius Petrowitsch, Schwedens König Karl dem XII. sowie den sächsischen Landesherren. Nach einem verheerenden Stadtbrand am 13.August 1719 ließen sich die wohlhabenden Bürger der Stadt ihre Wohn- und Geschäftshäuser im Stil des Spätbarock bauen. Der größte Teil der meist prächtigen Fassaden sind erhalten geblieben und werden kontinuierlich restauriert. Gegen Ende des 18.Jahrhunderts herrschte eine große Hungersnot. Sie trieb laut Legende eine Frau dazu, ihr Haus gegen zwei Brote einzutauschen. Eine Gedenktafel, sowie eine Holzplastik, die eine Frau mit zwei Broten auf den Armen darstellt, sind heute noch zu besichtigen.
Das 1849 erstmals errichtete Rathaus wurde durch Brandstiftung vernichtet und 1851-52 im neugotischen Stil wieder aufgebaut. Seit dem Umbau 1910/12 präsentiert es sich mit einer Innenausstattung im Jugendstil. In den Jahren 1808 bis 1811 etablierten sich in der Stadt mehrere Schulen, die größtenteils überregionale Charakter hatten. Eine der bedeutendsten war die „Königlich sächsische Spitzenmuster-Klöppelschule“, aus der der heutige Fachbereich der Angewandten Kunst Schneeberg, der Westsächsischen Hochschule Zwickau hervorgegangen ist. Die Bergstadt entwickelt sich immer mehr zu einem Kleinod im Erzgebirge. Besonders in der Weihnachtszeit kommt die tiefe Verbundenheit der Bürger mit den bergmännischen Traditionen zum Ausdruck. Volkskunst und Brauchtum wurden und werden liebevoll gepflegt. Die alles überragende St. Wolfgangskirche und die prächtigen Bürgerhäuser haben den Ort zur „Barockstadt des Erzgebirges“ werden lassen.
Einige Worte über den Erzgebirgskreis
Der Erzgebirgskreis befindet sich im westlichen Teil des Erzgebirges.
Er erstreckt sich über den Flachabfallenden Nordhang des Westerzgebirges bis hinauf zum Kamm des Erzgebirges. Sachsens erste Ferienstraße, die "Silberstraße" durchquert unseren Landkreis. Als drittgrößter Landkreis im Freistaat Sachsen wird er südlich begrenzt von der Tschechischen Republik, westlich vom Vogtland und östlich vom mittleren Erzgebirge.
Fernab vom Rummel des Massentourismus können Sie auf Wanderungen durch die unberührte Natur Ruhe und Entspannung finden. Die Sicht der Täler, auch wenn im Herbst die Nebel ziehen , murmelnde Bäche, immergrüne Wälder, beeindruckende Talsperren und sanfte Wiesen sind unvergleichlich schön.
Die höchste Erhebung im westlichen Teil des Erzgebirgskreises ist der Auersberg. Mit seinen 1018 Metern sorgt er in seiner Umgebung für das schneesicherste Gebiet in Sachsen. Jährlich zieht es tausende Wintersportler hierher. Die Kammloipe, sie führt vom Vogtland durch das Erzgebirge, ist die längste Loipe in Deutschland und läßt Langlaufherzen höher schlagen.
Im Erzgebirge finden Sie eine Region mit einer langen und reichen Vergangenheit. In der wirtschaftlichen Entwicklung des Erzgebirges spielt neben der Holz- und Papierindustrie, der Eisenverarbeitung und der Handwerkskunst der Schnitzer und Klöpplerinnen, vor allem der Bergbau eine dominierende Rolle. In den Gruben und Bergstädten entstand durch die Bergleute eine vielseitige und interessante Kultur, deren Bräuche und Traditionen noch heute liebevoll gepflegt werden.
Besonders in der Vorweihnachtszeit erfüllt Sehnsucht nach Geborgenheit, Wärme und Frieden die Herzen der Erzgebirgler und ihrer Gäste. Dann zieren Bergmann, Engel, Nußknacker, Räuchermänner und Schwibbogen die Fenster, mit Kerzen geschmückte Weihnachtsbäume stehen in den Vorgärten und auf den Marktplätzen. Riesige Weihnachtspyramiden drehen sich im Kerzenschein. Das Licht ist für die Menschen in unserer Region das Symbol für Leben, Gesundheit und eine glückliche Zukunft. In zahlreichen Museen und Schauanlagen kann der Besucher bergmännisches Brauchtum und volkskünstlerisches Schaffen finden, sowie sich über den Silberbergbau bis hin zu den modernen Abbaumethoden von Erz informieren.
Neben der reizvollen Landschaft und dem Bergbau gibt es in unserer Heimat viele Besonderheiten, die einen Besuch wert sind.
Ist Ihnen bekannt,
- daß - der Filzteich in Schneeberg der älteste Stausee Sachsens ist ?
- daß - in Carlsfeld die älteste Rundkirche Sachsens steht ?
- daß - sich in Pöhla die größten Zinnkammern Europas befinden ?
- daß - Schlema der älteste Radonkurort der Welt ist ?
- daß - sich in Markersbach das größte Pumpspeicherkraftwerk Deutschlands befindet ?
- daß - der Fichtelberg mit 1214 Meter die höchste Erhebung Sachsens ist ?
Den Bewohnern des Erzgebirges sagt man Gastfreundschaft, Geselligkeit und erzgebirgische Gemütlichkeit nach. Diesen Traditionen fühlen sich auch die Mitarbeiter im Berghotel " Steiger" verpflichtet.
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